Hallo,
kurze Krankengeschichte: August - Seitenstrangangina, September - akute Bronchitis - beides vom Hausarzt/HNO mit Antibiotika behandelt. Seit dem Wochende Virusinfekt mit Verdacht auf COPD bzw. Asthma Bronchiale. Begleitend zur Allgemeinsymptomatik (Schnupfen, leichter Husten, geröteter Halsbereich) Atemnot und Herzklopfen. Hausarzt meint, dies sind normale Symptome bei einer Virusinfektion und das Herzklopfen kommt durch die Panik, wenn ich Atemnot habe. Aufgrund der langen Vorgeschichte und den neu dazu gekommenden Symptomen von starken Atemnotanfällen und Herzklopfen habe ich große Angst, dass es eine Herzmuskelentzündung sein könnte. Wüßte gern, wie man dies als Laie erkennen könnte bzw. wie man sich verhalten sollte, damit (falls vorhanden) diese gut ausheilt? Bin diesbezüglich wirklich sehr ängstlich, da Herzkrankheiten in der Familie vorhanden. Vielen Dank
Eine Mitbeteiligung des Herzens bzw. des Herzbeutels kann sehr unterschiedliche Symptome machen und läßt sich letztlich nur mittels EKG, Herzultraschall und Laborkonstellation bestimmen.
Ein spezifisches Leitsymptom existiert nicht. Im Krankheitsverlauf bleiben viele Myokarditiden symptomlos. Bei den übrigen Patienten stehen unspezifische Symptome wie Müdigkeit, allgemeines Unwohlsein, Palpitationen, Fieber und Atemnot im Vordergrund. In bis zu 60% geht ein grippaler Infekt, meist der oberen Luftwege, voraus.
Bei den symptomatischen Patienten tritt in 10-30% ein akuter Thoraxschmerz auf, der nicht von dem eines akuten Koronarsyndroms zu unterscheiden ist. Bei 5-15% der Patienten manifestiert sich die Erkrankung in Form von Herzrhythmusstörungen; bei 60-70% als Herzinsuffizienz und bei 5-10% als kardiogener Schock.
Wobei ich persönlich die Zahlen im zweiten Absatz für deutlich zu hoch gegriffen halte.
Sie scheinen doch in regelmäßiger ärztlicher Betreuung zu stehen, sprechen Sie hier noch einmal offen über Ihre Sorgen.
MfG und guter Besserung, _________________ J. Kniese
Facharzt für Innere Medizin
Mir geht es momentan ähnlich.
Schnupfen, dann Nasennebenhöhlenentzündung (mit AB behandelt) und nun Verdacht auf Streptokokken (Ergebnis immer noch nicht da ), da jeder Schluck wahnsinnig schmerzt und Beläge im Rachen sind. Das Ganze fing Anfang Januar an (siehe HNO-Forum "Seit 3 Wochen krank...")
Nun habe ich seit ungefähr einer Woche gelegentlich ein komisches Schmerzgefühl im linken Brustbereich, anfangs hab ich es nieder geredet, da ich durch die Medis (Menthol-Gel-Kapseln) leichte Blähungen bekomme, die ja auch manchmal fiese Schmerzen verursachen, wenn man es "weggedrückt" hat.
Aber der Schmerz wird irgendwie nicht weniger und jetzt hab ich echt Angst vor einer Herzmuskelentzündung. Auch bin ich manchmal so müde, dass mir kurzzeitig der Kopf während der Arbeit wegsackt, habe aber auch das immer nicht so ernst genommen, sondern dann kurz frische Luft geschnappt und dann ging es wieder.
Wie schnell kann sich eine Herzmuskelentzündung ergeben, in Anbetracht meines Krankheitsverlauf?
Und wie schnell sollte man reagieren?
Was passiert, wenn es eine Herzmuskelentzündung ist und man nichts unternimmt?
Was mache ich, wenn mein Hausarzt das auch nicht ernst nimmt (Sorry, aber ich hab manchmal das Gefühl die Ärzte nehmen mich nicht ernst, sagen immer "Du bist noch so jung, da ist schon alles in Ordnung"?
Kann man da einfach ins KH gehen und sagen "Untersuchen Sie mich mal."?
Klar kann man einfach ins Krankenhaus gehen, aber eigentlich ist der Hausarzt richtige Ansprechpartner. Ob eine Herzmuskelentzündung vorliegt, läßt sich mittels einfacher Untersuchungen feststellen.
Aber Sie sollten auch bedenken, dass es noch andere Organe im Brustkorb gibt (z.B. Lunge, Rippenfell), welche auch erhebliche Schmerzen machen können und deren Beteiligung bei einem Infekt der oberen Atemwege nicht ungewöhnlich ist.
MfG, _________________ J. Kniese
Facharzt für Innere Medizin
Vielen Dank für Ihre Antwort.
Sie haben es geschafft mich etwas zu beruhigen. Ich war nun auch noch mal beim HNO, da die Halsschmerzen immer schlimmer wurden und hab nun wieder ein anderes AB bekommen und werde nun hoffentlich die Rachen- und Kehlkopfentzündung auskurieren. Wenn ich danach immer noch Schmerzen im Brustbereich habe, werde ich bestimmt noch mal untersuchen lassen, aber ich hoffe natürlich, dass es von alleine verschwindet.
Vielen Dank nochmal.
Sie können keine Beiträge in dieses Forum schreiben. Sie können auf Beiträge in diesem Forum nicht antworten. Sie können Ihre Beiträge in diesem Forum nicht bearbeiten. Sie können Ihre Beiträge in diesem Forum nicht löschen. Sie können an Umfragen in diesem Forum nicht mitmachen.