Verfasst am: 22.02.10, 18:48 Titel: Ausschabung mit örtlicher Betäubung möglich?
Hallo Herr Dr. Fischer!
Bei mir (39) soll wegen einer zu dicken Schleimhaut eine Ausschabung vorgenommen werden.Meine Frage ist nun, ob dies auch in örtlicher Betäubung möglich wäre?
Ich habe panische Angst vor einer Vollnarkose und kann mir dies absolut nicht vorstellen. Ich hatte schonmal eine Gebrämutterspiegelung ohne Narkose, die war für mich überhaupt nicht schmerzhaft. Ich weiß , daß eine Ausschabung nun was anderes ist, aber reicht da nicht auch eine örtliche Betäubung und eine Beruhigungstablette?
Vielen Dank für eine baldige Antwort!
Lg,
shara
Guten Tag,
eine Ausschabung kann man sehr gut in einer örtlichen Betäubung machen. Man nennt diese Art den Parazervikalblock. Unter diesem Stichwort könnte man bei Google evtl. etwas finden. _________________ Grüße Dr. Fischer
Unter Bezugnahme auf § 7 (3) der Berufsordnung für Ärzte ist mein Beitrag eine Stellungnahme,die auf den vorliegenden Angaben beruht .Sie ersetzt aber nicht die persönliche Beratung, Untersuchung und Behandlung durch Ihren Arzt.
Hallo Herr Dr. Fischer!
Vielen Dank für Ihre schnelle Antwort! ich habe den Parazervikalblock gegoogelt und auch viel gefunden, allerdings heißt es dort immer der "Gebärmutterhals" wird betäubt. Reicht dies auch für eine Ausschabung? Ich wundere mich nur warum mein Arzt mir nichts davon gesagt hat, er kennt ja meine Panik vor der Vollnarkose. Es hießt nur immer ohne Vollnarkose sei es nicht möglich, weil zu schmerzhaft weil er bei der Ausschabung immer etwas am Bauchfell ziehen würde und die Schmerzen würde man nicht ausshalten?
Vielleicht sollte ich jetzt den Arzt wechseln? Ist das eine gängige Sache mit dem Parazervikalblock wenn ich das einem neuen Arzt vorschlage?Ich habe Angst wieder abgewiesen zu werden. Es wäre nett, wenn Sie mir nochmal meine Fragen beantworten könnten, vielen Dank!
Verfasst am: 23.02.10, 19:18 Titel: Ausschabung und Narkose.
Guten Abend,
das stimmt schon, die hauptsächliche Betäubung liegt im Bereich des Gebärmutterhalskanales. Aber gerade das Aufdehnen des Cervikalkanales bereitet Schmerzen ( wird bis 10 -12 mm aufgedehnt) , daher muß hier die maximale Wirkung des Anästhetikums anfluten.Das Ausschaben der Cervix ist dann völlig schmerzlos, das Ausschaben der Gebärmutterhöhle ( Caum uteri) ist mitunter etwas schmerzhaft, aber meist zu ertragen. Natürlich sollte man sich dann hierbei nicht bewegen, da sonst der Operateur u.U. eine Perforation machen könnte ( Loch mit der Curette in die Gebärmutterwand). Am Bauchfell zieht nichts, man hackt allerdings den Muttermund mit einem Instrument an und zieht dann etwas an der Gebärmutter-dies aber verursacht so gut wie keine Schmerzen. Gängig ist die Methode nicht, da man meist in der Tat eine kurze Vollnarkose vorzieht. Aber jeder langjährige Operateur ist dazu in der Lage. Zu eigenen Zahlen als Beispiel: bei sicher über 4000 Abrasiones ( stationär und ambulant) betrug der Anteil eines PCB nur höchstens 5-10 %. Viele haben auch Angst davor, in ein uterines Gefäß zu spritzen, dann kann es zu einem Kreislaufkollaps kommen. Ich empfehle-wenn man einen PCB macht- grundsätzlich eine Venenkanüle plus Infusion zu legen und sicherheitshalber ( wegen evtl. Schmerzen, wenn er nicht gut sitzt), einen Narkosearzt " stand by" zu haben. Dann ist allem Rechnung getragen. _________________ Grüße Dr. Fischer
Unter Bezugnahme auf § 7 (3) der Berufsordnung für Ärzte ist mein Beitrag eine Stellungnahme,die auf den vorliegenden Angaben beruht .Sie ersetzt aber nicht die persönliche Beratung, Untersuchung und Behandlung durch Ihren Arzt.
Hallo nochmal Herr Dr. Fischer!
Auf der Suche nun nach einem Arzt, der mir die Ausschabung auch unter örtlicher Betäubung ,wie von Ihnen geschildert macht, war ich nun bei einem Arzt in einer großen Praxisgemeinschaft zur Untersuchung und dieser sah jetzt plötzlich gar keinen Grund mehr für eine Ausschabung?! Er fand meine Schleimhaut gar nicht zu dick. Sie war am 15. Zyklustag 11mm und er meinte das wäre total normal. Ich war ja vorher bei 2 anderen Ärzten, die beide jedesmal sagten die Schleimhaut sei zu dick und sie sahen auch beide einen Polypen. Kann es sein, daß die Schleimhaut plötzlcih nach über einem halben Jahr wieder geschrumpft ist? Auf meine Nachfrage nach dem Polypen sagte der Arzt er könne an einer Stelle eventuell einen Polypen sehen, aber sicher sei das auch nicht.
Ich habe ja immer Schmierblutungen bis genau zur Zyklusmitte, dann hören sie abrupt auf, daher sollte ich ja zur Ausschabung, da die Ärzte meinten, dies käme von der zu dicken Schleimhaut bzw. vom Polypen. Der Arzt wo ich nun war ist auch Endokrinologe und hat einen Bluttest gemacht, dort war alles in Ordnung außer einer leichten Einschränkung der Eierstöcke, aber das wäre auch noch im Grenzbereich in meinem Alter (39). Woher die Schmierblutungen nun kommen, wußte er aber auch nicht.
Es schlug vor, die Hormonspirale zu setzten, oder eine Spiegelung unter Narkose wo dann evt. der evtuell vorhandene Polyp entfernt wird. Aber dafür bräuchte ich ja wieder die NArkose, die ich nicht will.....
Ich habe schon alle ihre Beiträge durchgelesen hinsicht´lich der Schmierblutungen, aber ich habe das Gefühl, die Ärzte im richtigen Leben kennen sich gar nicht damit aus. die wollen immer alle ausschaben. Was wäre denn ihr Vorschlag wie ich diese Schmierblutungen nun angehen soll? Eine zu dicke Schleimhaut hab ich ja wohl jetzt nicht mehr, ich kann mir nicht vorstellen, daß sich dieser Arzt irrt, da er eine sehr erfahrenen Eindruck gemacht hat.
Entschuldigung, daß die NAchricht so lang geworden ist, ich wäre Ihnen sehr dankbar über Ihre Sichtweise der Dinge. Viele Grüße,
Shara
Verfasst am: 08.03.10, 19:30 Titel: Schleimhautverdickung und Blutungen
Guten Abend,
natürlich kann sich eine Schleimhaut innerhalb von Wochen oder Monaten zurückbilden-dies verursacht dann bekanntermaßen die Schmierblutungen. Die Schmierblutungen kommen auf grund einer Imbalance zwischen den Östrogenen und Gestagenen. Die Hormonspirale dient einerseits zur Verhütung, andererseits würde sich dann bei Ihnen keine Schleimhaut mehr aufbauen, das kann man aber auch wesentlch einfacher und billiger erzielen durch Verabreichung der reinen Gestagenpille. Zuvor muß aber eine hormonelle Blutstillung durchgeführt werden, sonst blutet es ständig weiter. Außerdem führen ständige Blutungen zu einer Entzündung ( Endometritis). Man gibt hierfür für 3 Wochen eine Kombination aus Östrogenen und Gestagenen.-ähnlich der Antibabypille. Ich muß auch immer wieder feststellen-gerade in diesem Forum- das man allzu rasch zu einer Ausschabung rät, gerade bei Verdickung der Schleimhaut= Hyperplasie), ohne zuvor eine Gestagentherapie durchgeführt zu haben.
Die Spiegelung ( Hysteroskooie) kann man-wenn der Muttermund 2-3 mm offen ist ( ist meist der Fall), sogar oft ohne Narkose durchführen, ist aber etwas unangenehm. _________________ Grüße Dr. Fischer
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Verfasst am: 08.03.10, 22:23 Titel: Rückfrage Blutungen und Hormonspirale
Guten Abend nochmal Herr Dr. Fischer! Vielen Dank für die so schnelle Antwort!
Man hat mir die Hormonspirale vorgeschlagen, weil ich schon einmal die Pille Cerazette bekommen habe, um die damals wohl zu dicke Schleimhaut zu schrumpfen. Diese wurde lt. der damaligen Ärztin auch dünner, ich hatte auch gar keine Blutungen mehr, nur leider bekam ich nach knapp einem halbem Jahr Haarausfall. Ich führe das auf die Pille zurück, weil nach dem Absetzen wuchsen wieder viele neue Haare rund um den Haaransatz und habe auch bis jetzt keinen Haarausfall mehr. Leider wuchs damals nach Absetzen der Pille auch wieder die Schleimhaut, die ja anscheindend jetzt wieder nicht zu dick ist. Wie aussagekräftig ist überhaupt so ein Vaginaluntraschall, ich meine wie genau kann der Arzt die Dicke bestimmen, ? Kann man sich auf die Aussagen überhaupt verlassen?
Sie schrieben in Ihrer Antwort, die Dauerblutungen müßten gestoppt werden, aber ich habe die Schmierblutungen NUR in der 1. Zyklushälfte, immer genau mit dem Eisprung sind sie wie auf Knopfdruck weg. Haben Sie nicht eine Erklärung dafür? und führt dies auch zu Entzündungen?
Man hat mir die Spiegelung ja unter der Narkose vorgeschlagen, weil wenn man dabei Polypen findet, man sie auch gleich wegmachen könnte, der Arzt vermutet ja vielleicht einen Polypen, der zu diesen Schmierblutungen führt oder ganz viele kleine auf der Schelimhaut,, dann würde man gleich eine Ausschabung mitmachen. Im Ultraschall hat er allerdings keine Polypen gesehen, das ist ja das komsiche.
Es wäre nett wenn Sie nochmal antworten können, vielen Dank, ich wäre froh einen Arzt wie Sie hier jemals zu finden, der nicht gleich operieren will!! Viele Grüße,Shara
Guten Tag,
mit Erfahrung kann man die Dicke des Endometriums auf den mm genau bestimmen. Wenn Sie unter Cerazette Probleme hatten, rate ich dringend von der Hormonspirale ab, Sie werden dann ebenfalls wieder die gleichen Probleme haben, das häüngt mit den Gestagenen ab. Bei der Gestasgenpille haben Sie den Vorteil, daß man sie jederzeit beende3n kann. Die Spirale ist dann für viel Geld umsonst gewesen. Wenn die Schmierblutungen nur kurze Zeit sind-um den ES herum, was Sie bisher ja nicht erwähnten, sieht die Sache anders aus. Dann erübrigt sich das Ganze. Auch Piolypen kann man eindeutig im Schall erkennen, nur bei sehr verdicktem Endometrium kann es manchmal erschwert sein. Auch ich habe früher sehr viel operiert-Ausschasbungen sicher mehr als 5000 und da waren sicher 20% unnötig. Mit zunehmender Erfahrung-gerade in Hinsicht der Endokrinologie ( ein tolles Gebiet) wird man zurückhaltender. _________________ Grüße Dr. Fischer
Unter Bezugnahme auf § 7 (3) der Berufsordnung für Ärzte ist mein Beitrag eine Stellungnahme,die auf den vorliegenden Angaben beruht .Sie ersetzt aber nicht die persönliche Beratung, Untersuchung und Behandlung durch Ihren Arzt.
Verfasst am: 10.03.10, 09:13 Titel: Rückfrage Hormonspirale und Schmierblutungen
Hallo Herr Dr. Fischer, jetzt bin ich aber etwas erstaunt, weil ich war ja bei diesem Endokrinologen, der mir die Hormonspirale empfohl und der hat mir gesagt, diese würde NUR auf die Gebärmutter wirken, es wäre dann keine großartige Veränderung der Hormone im Blut feststellbar und somit auch kein Haarausfall zu befürchten, was ja bei der Cerazatte der Fall war?? Haben Sie da andere Erfahrnungen gemacht?
Und noch eine Frage: Meine Schmierblutungen sind immer genau einen Tag nach Ende
der Periode bis Punktgenau zum Eisprung, dann hört die Schmiererei wie auf Knopfdruck auf. Diese Schmierblutungen sind auch nie den ganzen Tag andauernd, sondern oft auc nur 1-2x am Tag. Können Sie dazu etwas sagen? ??ich war ja jetzt schon bei 3 Ärzten, die alle nur eine Ausschabung sahen, um das Übel zu beseitigen oder eben die Hormonspirale.
Und letzte Frage: Wie hoch sehen Sie das Risiko mit 39 noch eine Östrogenhaltige Pille zu
nehmen in Bezug auf Brustkrebs ? Ich habe nämlich keine Lust in ein paar Jahren mich dann in diesem Forum zum Thema Brustkrebs wiederzufinden.....
Vielen Dank schonmal im voraus für Ihre Rückantwort, vielleicht haben Sie ja noch eine Idee wie man den Schmierblutungen beikommen könnten ohne Ausschabung......vg,Shara
Guten Tag,
lesen Sie einmal bei Google unter " Mire...) -im Forum keine Handelsnamen erlaubt- nach. Sie sehen dann selbst, daß das Gestagen natürlich nicht nur lokal wirkt, sonst käme es ja nicht zu den bekannten Nebenwirkungen ( z.B. Akne usw.). Diese Schmierblutungen sind Ausdruck einer ungenügenden Estradiolproduktion und könnten erfolgreich mit 1-2 mg Estradiol behandelt werden. Dauer:ab 1 Zyklustag 14 Tage lang. Liegt eine hormonelle Störung hinter Blutungen, hilft die Ausschabung ja nicht, die eigentliche Ursache zu bekämpfen. Die Hormonstörung bleibt ja weiterhin bestehen. Sind keine Risikofaktoren bekannt, können Sie eine hormonhaltige Pille nehmen. Benötigen Sie keinen Verhütungsschutz und gilt es nur, das hormonelle Gleichgewicht wieder herzustellen, reicht ein Wechseljahrspräparat. Die Gefahr des Brustkrebses ist sehr gering, aber darauf möchte ich nicht weiter eingehen. _________________ Grüße Dr. Fischer
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