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Biventrikulärer Schrittmacher,linksventrikuläre Sonde defekt

 
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silenthit
Interessierter



Anmeldungsdatum: 09.07.2005
Beiträge: 14
Wohnort: Berlin

BeitragVerfasst am: 22.02.10, 08:58    Titel: Biventrikulärer Schrittmacher,linksventrikuläre Sonde defekt Antworten mit Zitat

Hallo,

leide unter einer dilatativen Kardiomyopathie (Z.n.Mitralklappenrekonstruktion und Acorn-Device), habe mir vor etwas über 3 Jahren einen CRT+D (incl.Defi) implantieren lassen und stehe nunmehr vor folgendem Problemchen:

Bis vor ca. 6 Monaten funktionierte das Gerät einwandfrei und die Synchronisationsfunktion machte sich auch positiv bemerkbar. Auch der integrierte Defi rettete mir inzwischen bereits 3x das Leben!

Nach meiner vorletzten Kardioversion (leide in 1/4 jährlichen Abständen unter Vorhofflimmern) wurde jedoch festgestellt dass die linksventrikuläre Sonde defekt wäre. Daraufhin wurde die Synchronisation komplett abgeschaltet und inzwischen wackeln die Klappen wieder relativ unkoordiniert vor sich hin, welches natürlich wieder eine enorme Leistungseinbuße zur Folge hat.

Da für mich jetzt natürlich eine Instandsetzung des Systems im Raume steht, stellen sich mir folgende Fragen...

1.) Wie hoch ist die Mortalitätsrate bei derartigen Operationen? ...die Dauer soll sich ja immerhin auf ca.3 Std. belaufen, wo bei mir noch hinzu kommt dass ich aufgrund meiner Herzschwäche nur eine örtliche Betäubung bekomme.

2.) Wird das alte Kabel konsequent entfernt, oder "einfach" ein Weiteres hinzu gelegt?

3.) Da bei einem derartigen ständig arbeitendem System ohnehin ca. alle 4 Jahre ein neues Gerät eingesetzt wird, - kann ich schon jetzt darauf pochen ein neues Gerät zu bekommen, oder wird die Krankenkasse eine erneute OP in einem Jahr vorziehen da es "momentan" noch nicht medizinisch notwendig ist?

Würde mich auch freuen wenn sich jemand meldet bei dem bereits eine Sonde ersetzt wurde...

Viele Grüße

silenthit
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Alexander11
DMF-Mitglied



Anmeldungsdatum: 20.03.2008
Beiträge: 21
Wohnort: Zürich

BeitragVerfasst am: 22.02.10, 15:34    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo silenthit

Da hast du Glück gehabt, dass der integrierte Defi dir 3 mal das Leben geretttet hat.

Ich habe selbst einen Herzschrittmacher /Defibrillator DDDR -ICD. (wegen totalem AV-Block, permanentem Vorhofflimmern und hypertropher Kardiomyopathie) Vor 1 1/2 Jahren wurde mir eine Sonde ersetzt. Dies konnte fast ambulant gemacht werden. Das ging höchstens 15 Minuten. Ich war bei vollem Bewusstsein und der Chirurg erkärte mir jeden einzelnen Schritt. Übrigens wurde das Kabel in meinem linken Vorhof ersetzt. Ich musste nur eine Nacht zur Beobachtung im Spital bleiben. Nach wenigen Tagen konnte ich schon wieder Sport treiben. Wie ich gelesen habe, ist es in Zürich noch nie zu Komplikationen bei einem blossen Sondenersatz gekommen.

Mein Gerät sollte eine Lebensdauer von mind. 10 Jahren haben, aber vermutlich ist das bei einer Synchronisationtherapie anders.

Ich habe ständiges Vorhofflimmern, doch ich merke dies inzwischen gar nicht mehr. Die Ärzte sehen auch keinen Anlass mehr zu einer erneuten Kardioversion. Sie haben mir aber vor vier Wochen Entwässerungstabletten gegeben, da sich Wasser in der Lunge und im Gesicht angesammelt hatte. Ich habe ca . 5 Kilo verloren, sehe etwas besser aus, atme leichter und kann schneller rennen, vorallem bergaufwärts.

Wieso fragst du die Ärzte nicht, ob mit einer neuen Sonde das Herz wieder gut arbeiten wird?
Was bringt dir jetzt schon ein neuer ICD?

Gruss Alexander
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silenthit
Interessierter



Anmeldungsdatum: 09.07.2005
Beiträge: 14
Wohnort: Berlin

BeitragVerfasst am: 22.02.10, 17:01    Titel: @Alexander Antworten mit Zitat

Hi Alexander,

danke erst einmal für Deine schnelle Antwort... aber bei mir ist die Situation leider "etwas" anders...

Bei einem "normalen" ICD geht das wirklich rapp-zapp... das ist mir bekannt... bei einem biventrikulärem System jedoch liegt eine der Sonden so schlecht zu erreichen, dass die OP in jedem Falle extrem lange dauert... übrigens bei mir auch bei vollem Bewusstsein, da mein Herz einfach zu schlapp ist Winken

Es ist auch richtig dass die Lebensdauer eines ICD`s sich auf ca. 10 Jahre beläuft... bei einem CRT (der ja durch die Synchronisationsfunktion ständig arbeitet) jedoch nur 4-5 Jahre...

Sicherlich habe ich bereits meinen Kardiologen interviewt ob dadurch eine Besserung eintreten würde... aber dieser hüllt sich selbstverständlich in Schweigen um nicht später auf seine Aussage hin festgenagelt zu werden... wie es halt so üblich ist bei den "Weißen Jungs" Winken Für mich jedoch ist es völlig logisch dass zwangsläufig eine Besserung eintreten muss wenn die Klappen wieder synchron laufen!

Wasser in der Lunge? ...auch davon kann ich Dir ein Lied singen... habe ich ja z.Zt. auch und bin daher gezwungen temporär Diuretika einzuwerfen, was mir aber gar nicht so gefällt...

Klar sind sich alle Kardiologen einig dass Diuretika (wassertreibende Mittel) zur Standardmedikation eines Herzkranken gehören, aber ich bin der Ansicht dass es manchmal auch ohne geht! Sicherlich sind Diuretika absolut sinnvoll und auch erforderlich wenn man Stauungen in der Lunge, Leber, Beine etc. hat, aber das Giftzeugs hat auch so einige recht unangenehme Nebenwirkungen...

Der Blutdruck kracht Dir volle Kante runter, ausgetrockneter Mund, Haut, jucken in den Haaren, Wadenkrämpfe, die Libido geht runter, und und und... nicht zu vergessen sollte der Kaliumspiegel regelmäßig getestet werden! An Deiner Stelle würde ich daher versuchen, sobald es Dir wieder besser geht, das Zeugs langsam zusammen mit Deinem Doc wieder auszuschleichen...

Was mir ein neuer CRT bringen würde? ...na ganz einfach.. würde eine OP einsparen und hätte das neueste Modell am Start... ansonsten läge ich ja in ca. 10 Monaten schon wieder auf dem Tisch...

Viele Grüße

silenthit

P.S. noch kurz zu meinem Defi... anfangs war ich gar nicht so scharf auf das Teil (Panik dass der mal von selbst los geht etc.) und es war mehr oder weniger eine Art Mitnahmeeffekt... aber wenn ich jetzt so überlege was passiert wäre wenn ich den nicht gehabt hätte? gar nicht auszudenken... war nämlich in allen Situationen völlig allein gewesen und somit ohne den Defi jetzt nicht mehr auf diesem Planeten!

P.P.S. ...brauchst auch echt keine Panik vor dem Teil zu haben... ist halb so wild wenn der mal losgeht... fühlt sich so an als wenn Dein Herz ne kräftige Ohrfeige bekommt damit es wieder anläuft Winken
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Jan Kniese
DMF-Moderator



Anmeldungsdatum: 05.06.2005
Beiträge: 995
Wohnort: Hannover

BeitragVerfasst am: 28.02.10, 22:22    Titel: Re: Biventrikulärer Schrittmacher,linksventrikuläre Sonde de Antworten mit Zitat

Guten Tag.

silenthit hat folgendes geschrieben::

1.) Wie hoch ist die Mortalitätsrate bei derartigen Operationen? ...die Dauer soll sich ja immerhin auf ca.3 Std. belaufen, wo bei mir noch hinzu kommt dass ich aufgrund meiner Herzschwäche nur eine örtliche Betäubung bekomme.

2.) Wird das alte Kabel konsequent entfernt, oder "einfach" ein Weiteres hinzu gelegt?

3.) Da bei einem derartigen ständig arbeitendem System ohnehin ca. alle 4 Jahre ein neues Gerät eingesetzt wird, - kann ich schon jetzt darauf pochen ein neues Gerät zu bekommen, oder wird die Krankenkasse eine erneute OP in einem Jahr vorziehen da es "momentan" noch nicht medizinisch notwendig ist?


Sehr individuelle Fragen, ich versuche trotzdem eine Beantwortung.
Die Mortalitätsrate bei kardialen Eingriffen hängt zum einen von Vorerkrankungen, dem Eingriff selbst und von Begleiteingriffen (wie einer Narkose) ab. Dieses läßt sich häufig nur schätzen. Das Sonden-Verlegen ist für den Organismus im Liegen auf dem Tisch eher weniger belastend, hier spielen mehr die Immobilisation und das mehr oder wenig notwendige Kontrastmittel (liegt eine Niereninsuffizienz, welche häufig bei Herzinsuffizienz ist, vor?). Die Belastung durch die psychische Komponente ist schwer einzuschätzen.
Die Narkose ist belastend, aber in Ihrem Fall scheinbar vom Tisch. Dieses ist beim Defi (oder wenn die Komponente zumindest vernaut ist) ungewöhnlich, liegt aber vermutlich daran, dass die hierfür benötigte Sonde rechtsventrikulär nicht angetastet wird.

Zur Erläuterung (auch für Alexander11): Es werden beim CRT die beiden Kammern getrennt stimuliert, rechts über übliche Position und links von aussen über den sogenannten Koronar-Sinus. Das hat den Vorteil, dass die Sonde venös liegt und nicht via Septum die Seite (als nach linksherz) wechseln muss. Dieses kann aber mitunter ein ziemlich komplizierte Prozedur sein....

Aufgrund der Enge im Coronar-Sinus und der fehlenden Verankerungsmöglichkeit, ist eine Entfernung sinnvoll.

Ob Sie auf ein neues Gerät pochen (im Sinne von einklagen) können, weiß ich nicht. Ob ein neues Gerät notwendig ist, hängt z.B. auch davon ab, wie die Batterie aussieht. Hierzu wird Ihnen nur der behandelnde Kardiologe etwas sagen können. Meist werden die CRTs (aber auch die ICDs) via Sonderentgelte abgerechnet, da ist manchmal schon das Budget aufgebraucht. Dann geht es nur mit vorheriger Zustimmung durch die Krankenkasse ;-( Aber wir sind ja noch am Jahresanfang...
Ein wenig Druck machen, hat aber noch nie geschadet.

MfG,
_________________
J. Kniese
Facharzt für Innere Medizin
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