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Oberster Arzneimittelprüfer muss gehen

 
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cerlina
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BeitragVerfasst am: 23.01.10, 12:32    Titel: Oberster Arzneimittelprüfer muss gehen Antworten mit Zitat

Die Serie der Klientelpolitik unserer neuen Regierung setzt sich fort. Der oberste Pharmakontrolleur, der der Pharmaindustrie schon länger ein Dorn im Auge war, muss gehen.

Unsere neue Regierung hatte sich vorgenommen, die Arbeit des IQWiG "auch unter dem Gesichtspunkt stringenter, transparenter Verfahren zu überprüfen und damit die Akzeptanz von Entscheidungen für Patienten, Leistungserbringer und Hersteller zu verbessern". So steht es im Koalitionsvertrag. Dahinter stehen - wen wundert's - die Interessen der Arzneimittelindustrie.
http://www.ippnw.de/startseite/artikel/1a6d262554/profit-hat-vorrang-vor-patienten.html
http://www.fr-online.de/in_und_ausland/wirtschaft/aktuell/2147455_Pharmaindustrie-Wirbel-um-Sawicki.html&em_comment_page=3
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BeitragVerfasst am: 23.01.10, 17:13    Titel: Wenn hier die Klientel Pharmaindustrie gemeint ist, Antworten mit Zitat

dann setzt sich jetzt doch die Politik der letzten Ministerin fort, nicht wahr ? Das hat ja damals bloß keiner so genannt.

Was ich bis heute nicht verstehe, ist, weshalb nicht schon längst bereits die Markt-Zulassung eines (neuen) Arznei- oder Hilfsmittels oder medizinischen Verfahrens mit der Kosten-Nutzen-Bewertung zwingend verknüpft wird. Es entbehrt doch jeder Logik, etwas als verkäuflich und risikoarm anwendbar zum Verkauf neu zuzulassen und erst danach zu schauen, ob es a. überhaupt benötigt wird und b. bezahlbar ist.

Nach dem, was mir die (hierorts zahlreich ansässigen) Leute aus der Pharma erzählen, ist eine Neuentwicklung etwas gigantisch Langwieriges und Teures. Auch Weltfirmen können sich wohl nicht häufig leisten, fürs Archiv zu forschen. Sondern sie müssen mit einiger Wahrscheinlichkeit damit rechnen können, die Entwicklungskosten wieder einzuspielen.

So. Wenn man das fertig denkt, kommt man um zwei Ideen nicht herum.
1. Versorgungsforscher und Pharmaforscher sollten unter Ausschluß der Marktforscher öfter mal zusammensitzen. Dann käme als Resultat nicht heraus, welche Neuigkeit sich wohl mit entsprechendem Aufwand in den Markt drücken ließe, sondern es käme heraus, welche Neuigkeit gebraucht wird.
2. Für die meisten Neuerungen sind auch nach der Markteinführung Anwendungsstudien nötig, denn seltene z.B. Interaktionen oder Kontraindikationen oder Nebenwirkungen oder unzureichende Wirkung(sverbesserung im Vergleich zu Hergebrachtem gleicher Indikation)
können sich eben erst mit großen Anwendungszahlen, also beträchtlicher Zeitverzögerung herausstellen. Dann wäre es doch plausibel, die Zulassung in zwei oder drei Stufen ablaufen zu lassen. Erst dann, wenn diese Dinge klar sind, ist eine Bewertung möglich. Und erst dann sollte die Industrie den angestrebten Verkaufspreis verlangen dürfen, davor nur einen Teil.

PR[/b]
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cerlina
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BeitragVerfasst am: 23.01.10, 17:51    Titel: Antworten mit Zitat

PR hat folgendes geschrieben::
dann setzt sich jetzt doch die Politik der letzten Ministerin fort, nicht wahr ?

Sie vergessen, dass die Gründung dieses Instituts unter der damaligen Gesundheitsministerin erfolgte. Dieses Institut steht doch eher unter Beschuss der neuen Regierung.

PR hat folgendes geschrieben::
Nach dem, was mir die (hierorts zahlreich ansässigen) Leute aus der Pharma erzählen, ist eine Neuentwicklung etwas gigantisch Langwieriges und Teures. Auch Weltfirmen können sich wohl nicht häufig leisten, fürs Archiv zu forschen. Sondern sie müssen mit einiger Wahrscheinlichkeit damit rechnen können, die Entwicklungskosten wieder einzuspielen.

Was man wohl künftig erleichtern möchte - allerdings bei oft fraglichem Nutzen und auf Kosten der Allgemeinheit. Dazu sind die meisten "Neuentwicklungen" oft nur Modifikationen bestehender Produkte - als "Innovation" verpackt natürlich um einiges teurer.
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BeitragVerfasst am: 23.01.10, 17:59    Titel: Hatten wir schon. Antworten mit Zitat

Wieso denn ein neues Institut, hab ich mich schon bei der Gründung gefragt.
Wieso denn eine europäische Institution über die Zulassung beschließt, frag ich mich noch immer.

Ansonsten stützen Sie meine Argumente, wenn ich's recht seh.

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BeitragVerfasst am: 30.01.10, 23:30    Titel: Die gestrenge hochbezahlte Tante Antworten mit Zitat

vom Krankenkassenbunzverbanz hat das in der Glotze vorgestern mal richtig gesehen:

Es ist einigermaßen selten auf der Welt, dass - wie in Deutschland - Pharmafirmen ihre Neuerungen zum Verkauf zulassen können, ohne dass zuvor irgend eine nachprüfbare Bewertung stattgefunden hat hinsichtlich des therapeutischen Mehrwerts in Relation zum verlangten Preis.

Das ist allerdings schon ewig und drei Tage so, was wohl der Grund dafür ist, dass die Pharma den deutschen Arzneimarkt als "Referenzmarkt" weltweit betrachtet, eine Art Gewohnheitsrecht sozusagen. Dass es allen übrigen Ländern auf der Welt gegenüber eigentlich bodenlos frech ist, dort zu sagen: schaut her, die Deutschen zahlen soundsoviel, dann dürfen wir bei auch soundsoviel verlangen, ist wohl noch keinem aufgefallen ?

Auch hierzuland niemandem ? Allen schwarzrotgrünbunten Kostendämpfungsministern und -innen nicht ? Schon komisch. Dabei hat doch dieses Phantom Referenzmarkt immer weniger substanzielle Grundlage. Wer immer kann bei den Pharmas, verlagert nach der Produktion auch die Forschung nach irgendwohin, meist Fernost.

Sollte ausgerechnet ein gelber Minister derjenige sein, der dieses Gespenst dorthin verbannt, wo es hingehört ?

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BeitragVerfasst am: 22.08.10, 20:11    Titel: Antworten mit Zitat

PR hat folgendes geschrieben::
Sollte ausgerechnet ein gelber Minister derjenige sein, der dieses Gespenst dorthin verbannt, wo es hingehört ?
Vorher passt wohl ein Elefant durch ein Nadelöhr.

Zitat:
Der dabei gefasste Beschluss wurde demnach zuvor mit dem Verband forschender Arzneimittelhersteller (VfA), der Interessengruppe der Pharmamultis, abgestimmt. Dass die Wirtschaftsminister am Ende fast genau das beschlossen, was die Pharmalobby ihnen vorgelegt hatte, zeigt sich an dem Vergleich der Vorlage mit dem Politikerentwurf.

http://www.spiegel.de/spiegel/vorab/0,1518,713039,00.html
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BeitragVerfasst am: 22.08.10, 23:03    Titel: Tja, das Spieglein in der Hand Antworten mit Zitat

wird auch diesmal nicht ganz falsch recherchiert haben.

Bei Lukas war es übrigens ein Kamel, und das Nadelöhr eigentlich ein Stadttor.

Im Ergebnis macht es wenig Unterschied, ob eine Ministerin von Ärzten eigenfinanzierte Ärzte-Arbeitsplätze an Investoren in Emmvauzetts verschenkt, oder ein Minister Pharmamultis einlädt, ihre Geschäfte zu Lasten der ärztlichen Gedsamtvergütung weiter zu forcieren.

Es bestand und besteht offenbar der Wille mächtiger gesundheitspolitischer Akteure,
den Patienten im Land ihre Ärzte zu nehmen.

Na, wenn Sie das mal nicht auf den Plan ruft !!!

PR
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